Eine Löschwasserförderung über lange Strecken wird bei Bränden notwendig, wenn größere Wassermengen benötigt werden, als im Einsatzgebiet vorhanden sind. Dies ist beispielsweise bei Waldbränden oder auch bei Großbränden der Fall.
Grundsätzlich funktioniert die Löschwasserförderung über lange Strecken genauso wie bei einer normalen Löschwasserförderung. Nur werden hier mehr Pumpen benötigt, um das Wasser durch die längere Schlauchleitung zu transportieren.
Um die Anzahl und die genaue Situierung der Pumpen durchzuführen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:
- Pumpenabstand: Wenn man davon ausgeht, dass eine übliche Feuerlöschkreiselpumpe einen Eingangsdruck von über 1,5 bar benötigt und einen Ausgangsdruck von etwa 8 bar im Dauerbetrieb hat, so ergibt sich eine maximale Förderhöhe pro Pumpe von etwa 65 m (10 Meter Höchenunterschied entsprechen 1 bar Druckdifferenz)[1]
- Druckverlust durch Schlauchlänge: Außerdem ist der Druckverlust in den Schlauchleitungen zu berücksichtigen. Ein normalerweise verwendeter B-Schlauch hat bei einer Fördermenge von 800 Liter/min einen Druckverlust von ca. 1,3 bar je 100 m Länge. Auf ebener Strecke muss man daher etwa alle 500m eine Pumpe einsetzen.[1]
- Aufstellungsort: Der Aufstellungsort sollte so gewählt werden, dass die Pumpe nicht zu weit im unwegsamen Gelände getragen werden muss, sondern sie eher an einer Waldstraße platziert wird. [2]
- Pumpenleistung: Außerdem richtet sich die Fördermenge nach der Pumpenleistung der schwächsten Pumpe. Der Normwert bei üblichen Tragkraftspritzen (TS 8/8) beträgt 800 l/min. Wenn nur größere Pumpen, wie sie meist in Fahrzeugen eingebaut sind, verwendet werden, kann man auch zweisträngig pumpen, das heißt die Wasserförderung erfolgt über zwei parallele B-Leitungen, die über ein Sammelstück an der Eingangsseite der Pumpe zusammengeführt werden.
[Bearbeiten] Geschlossene Schaltreihe
Die geschlossene Schaltreihe ist ein Begriff deutscher Feuerwehren. Bei dieser Variante werden mehrere Kraftspritzen sowie eine ausreichende Anzahl an Druckschläuchen benötigt, um die Wegstrecke zu überwinden. Bei der geschlossenen Schaltreihe geht die Förderleitung von Kraftspritze zu Kraftspritze, d.h. es ist an jeder weiteren Kraftspritze ein bestimmter Eingangsdruck erforderlich (ca. 1,5 bis 2,0 bar).[1]
Diese Variante ist die am häufigsten angewendete Schaltreihe, da sie einfacher zu realisieren ist als die offene Schaltreihe.
[Bearbeiten] Offene Schaltreihe
Bei der offenen Schaltreihe speisen die Pumpen sich nicht gegenseitig, sondern jeweils einen Vorratsbehälter. Von diesen Behältern saugt jede Kraftspritze für sich an, wenn dieser entsprechend aufgefüllt ist. Vorteil gegenüber der geschlossenen Schaltreihe ist, dass die Löschwasserversorgung auch für eine gewisse Zeit aufrechterhalten werden kann, wenn eine Pumpe ausfällt oder getauscht werden muss.[1]
Da die offene Schaltreihe sehr aufwendig ist, wird sie kaum ausgeführt, obwohl man dabei den größeren verfügbaren Druck hätte.
Eine Alternative zu dieser Art von Löschwasserversorgung stellt der so genannte Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen dar. In diesem Fall steht ein größeres Tanklöschfahrzeug oder ein größerer Ausgleichsbehälter als Puffer bereit, um laufend von eintreffenden Tanklöschfahrzeugen mit Wasser versorgt zu werden. Laufend pendeln eine Anzahl Tanklöschfahrzeugen zwischen der Wasserentnahmestelle und dem Puffer hin und her. Ergänzt werden können diese insbesondere in ländlichen Gegenden durch Traktoren mit Güllefässern. Speziell in entlegenen Gebieten, wo nur einspurige Straßen hinführen, stellt das eine Herausforderung an die Logistik der Einsatzleitung dar, um zu verhindern, dass sich die Fahrzeuge an Engstellen begegnen und damit das Pendeln verhindern. Unter Experten ist die Effektivität und Praxistauglichkeit des Pendelverkehrs stark umstritten, da der Aufwand und die Anzahl der benötigten Fahrzeuge mit ausreichendem Wassertank u.a. abhängig von der Entfernung sehr hoch ist. Hinzu kommt, dass viele der für den Pendelverkehr gut geeigneten großen Tanklöschfahrzeuge (TLF 24/50 bzw. TLF 20/40 u.ä.) mit Straßenantrieb ausgestattet sind, bzw. aufgrund ihres Gewichts selbst mit Allradantrieb in der Praxis eher eingeschränkt geländefähig sind. Traktoren dagegen sind zwar geländetauglich, haben aber (mit Ausnahme moderner, schnelllaufender Traktoren) auf befestigten Straßen meist einen Geschwindigkeitsnachteil, so dass sich verschieden schnelle Fahrzeuge gegenseitig behindern können.
[Bearbeiten] Längste Schlauchleitung der Welt
Ursprünglich als Übung stellten die Feuerwehren im Salzkammergut in Österreich 2004 als Weltrekord die längste Löschwasserförderung der Welt auf. Mit 77 Pumpen förderten sie über eine Strecke von 26 km und einen Höhenunterschied von 794 m Wasser vom Attersee in den Traunsee. Dazu waren 1.300 B-Schläuche notwendig.[3]
- ? a b c d Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren - Maschinist für Löschfahrzeuge, Neckar-Verlag 2002, Seite 32
- ? Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren - Maschinist für Löschfahrzeuge, Neckar-Verlag 2002, Seite 35
- ? Weltrekord - Wir waren dabei Freiwillige Feuerwehr Bad Hall abgerufen: 30. Dezember 2008
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